Schule und Nachhilfe
Seitdem hat sich (vor allem für den “gelernten” Ossi) die Gesellschaft grundlegend geändert, und etliche Werte, mit denen sie damals erzogen wurden und aufgewachsen sind, haben heute ihre Bedeutung verloren. Die Bedeutung ist noch da, allerdings werden diese Werte nur unterschwellig als solche war genommen. Viele “Altbundesbürger” sind der Meinung, daß gerade die Zeit (und die Generation) der 68er einen grundlegenden Wandel herbeigeführt haben. Ich kann das nicht beurteilen, aber die Ursachen, die zu einem Wertewandel geführt haben, sind vielschichtig und betreffen eigentlich jeden Einzelnen der Gesellschaft.Ich kenne auch nicht alle Ursachen, glaube aber, man ist zu weit gegangen bzw. hat die Wirkung der Liberalisierung, vor allem im Bildungsbereich, unterschätzt hat. ist es auch kurzsichtig, wenn bei Diskussionen über bestimmte Themen (PISA, Schulmassaker in Erfurt) sich die einzelnen Grüppchen immer wieder gegenseitig den Schwarzen Peter zuschieben.Das Problematische daran ist, das die Diskussion nur oberflächlich stattfindet, bzw. Politiker diese Diskussion als weitere Möglichkeit wahrnehmen, sich zu profilieren, ohne konkrete Verbesserungen herbeiführen zu wollen. So einfach ist es eben nicht. Es beginnt im Elternhaus, setzt sich – wer ihn absolviert – im Kindergarten fort (der ja mittlerweile zur Aufbewahrungsanstalt degradiert ist), in der Schule, in der die Lehrer gegen die Schüler (und gegen ihre eigene Machtlosigkeit) ebenso ankämpfen müssen wie gegen ihren schlechten Ruf…Meine Erfahrung ist, der schlechte Ruf der Lehrkräfte resultiert aus dieser Machtlosigkeit der Lehrer. Zum einem möchten viele Eltern eine Einflussnahme der Schule, andererseits wird in konkretem Fall von Elternseite vehement gegen Erziehungsversuche seitens der Schule und Nachhilfe vorgegangen. Das Ergebnis ist, das im Prinzip keiner mehr Erziehungsarbeit leistet, da die meisten Eltern das nicht wahrnehmen können/wollen,und die Schüler sich ungebremst entfalten, aber eben meistens nicht in die gesellschaftlich gewünschte Richtung. Und das Fazit der Eltern lautet dann eben: Die Lehrer sind schlecht. Das Thema der Länderhoheit in puncto Schulbildung (und die Frage, ob die Hoheit nicht besser beim Bund aufgehoben wäre; schließlich sollten wir die Zeiten der Kleinstaaterei überwunden haben) Man hat in Deutschland offiziell Angst vorm Zentralismus und inoffiziell haben viele Karrieristen Angst um ihre Posten und Pöstchen. Rational ist diese Form des Bildungswesen un unserer heutigen Zeit jedoch nicht mehr begründbar. Ich glaube, Thomas Jefferson war es, der einmal sinngemäß gesagt hat, daß Demokratie unbrauchbar sei, wenn die Menschen keine ordentliche Schulbildung hätten. Dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen. Vielleicht noch eines, man sollte diesen Auspruch Jeffersons allen deutschen Politikern auf Hemd,Krawatte oder Unterhose bügeln, zur steten Erinnerung.
